Patienteninformation Wirbelsäule · Lendenwirbelsäule

    Neuroforamenstenose der Lendenwirbelsäule

    Die Neuroforamina sind die seitlichen Öffnungen zwischen zwei Wirbeln, durch die die Nervenwurzeln den Wirbelkanal verlassen. Ist eine solche Öffnung verengt, wird die Nervenwurzel eingeengt – typisch sind Schmerzen, die einseitig ins Bein ausstrahlen.

    Medizinisch geprüft von Dr. Lukas Panzenböck am 07.11.2026

    Neuroforamenstenose der Lendenwirbelsäule – kurz erklärt (animiertes Erklärvideo, keine Operationsaufnahmen)

    Ursachen

    Häufig entsteht die Enge durch Verschleiß: Die Bandscheibe verliert an Höhe, dadurch wird das Nervenaustrittsloch kleiner. Hinzu kommen Arthrose der Wirbelgelenke, knöcherne Anbauten, seitliche Bandscheibenvorfälle, Wirbelgleiten oder eine Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose).

    Beschwerden im Überblick

    • Einseitiger, ins Bein ausstrahlender Schmerz
    • Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Versorgungsgebiet des Nervs
    • Schwäche einzelner Muskeln
    • Verstärkung beim Stehen, Gehen oder Zurückneigen

    Typische Beschwerden

    Im Vordergrund steht ein Schmerz, der dem Verlauf der betroffenen Nervenwurzel folgt, meist auf einer Seite. Kribbeln, Taubheit und Muskelschwäche können hinzukommen. Viele Betroffene bemerken eine Verstärkung beim Stehen und Gehen sowie eine Besserung im Sitzen.

    Warnzeichen – sofort ärztlich abklären

    Kontaktieren Sie uns umgehend oder suchen Sie eine Krankenhaus-Ambulanz auf, wenn eines der folgenden Zeichen auftritt:

    • Taubheit im Reithosenbereich
    • Neu aufgetretene Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang
    • Rasch zunehmende Lähmung im Bein

    Diagnostik

    Nach Gespräch und neurologischer Untersuchung zeigen MRT und gegebenenfalls CT die Engstelle. Eine gezielte, diagnostische Infiltration an der Nervenwurzel kann helfen, den verantwortlichen Nerv eindeutig zu bestimmen.

    Konservative Behandlung

    Die Behandlung beginnt in der Regel konservativ.

    • Physiotherapie und Haltungstraining
    • Medikamentöse Schmerztherapie
    • Periradikuläre Infiltration (gezielte Injektion an die Nervenwurzel)

    Ablauf und Nachbehandlung

    Nach einer Entlastung des Nervs ist das Aufstehen meist früh möglich. Belastungsaufbau und Physiotherapie werden individuell geplant.

    Operative Behandlung

    Ob und welche Operation sinnvoll ist, wird nach Untersuchung und Bildgebung gemeinsam mit Ihnen entschieden. Folgende Verfahren kommen bei diesem Krankheitsbild in Frage:

    Mikroskopische Dekompression (Foraminotomie)

    Unter dem Operationsmikroskop wird das Nervenaustrittsloch durch gezieltes Abtragen von einengendem Knochen-, Gelenk- oder Bandgewebe erweitert und die Nervenwurzel befreit.

    Wann: Anhaltender Beinschmerz trotz konservativer Therapie bei passender Bildgebung.

    Endoskopische Operation

    Über einen sehr kleinen Hautschnitt wird ein Endoskop seitlich an das Nervenaustrittsloch herangeführt, um Engstelle oder Bandscheibengewebe schonend zu entfernen.

    Wann: Abhängig von Lage und Art der Einengung.

    (Navigiertes) TLIF / XLIF

    Ist die Enge durch einen deutlichen Höhenverlust der Bandscheibe oder eine Instabilität bedingt, kann ein Platzhalter (Cage) die Höhe wiederherstellen und das Nervenaustrittsloch dadurch indirekt erweitern; das Segment wird stabilisiert.

    Wann: Enge mit ausgeprägtem Höhenverlust oder Instabilität.

    Häufige Fragen

    Was ist der Unterschied zur Spinalkanalstenose?

    Bei der Spinalkanalstenose ist der zentrale Wirbelkanal eingeengt, bei der Neuroforamenstenose die seitliche Austrittsöffnung einer einzelnen Nervenwurzel. Beides kann auch gleichzeitig vorliegen.

    Hilft eine Infiltration dauerhaft?

    Bei manchen Betroffenen lindert eine Infiltration die Beschwerden über längere Zeit, bei anderen nur vorübergehend. Zusätzlich hilft sie bei der Klärung, welcher Nerv betroffen ist.

    Termin vereinbaren

    Sie möchten Ihre Beschwerden abklären lassen oder eine Zweitmeinung zu einer geplanten Operation einholen?

    Verwandte Krankheitsbilder

    Diese Informationen dienen der allgemeinen Patienteninformation und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Beratung.