Patienteninformation Wirbelsäule · Lendenwirbelsäule

    Dekompression – transspinal bilateral

    Bei der transspinalen bilateralen Dekompression werden eingeengte Nerven auf beiden Seiten des Wirbelkanals entlastet. Dies kann über einen Zugang von einer Seite erfolgen.

    Medizinisch geprüft von Dr. Lukas Panzenböck am 08.11.2026

    Dekompression – transspinal bilateral – animiertes Erklärvideo (animiertes Erklärvideo, keine Operationsaufnahmen)

    Was bedeutet transspinal bilateral?

    Dekompression bedeutet, Platz für eingeengte Nerven zu schaffen. Bei einem Zugang von einer Seite kann auch die gegenüberliegende Seite des Wirbelkanals erreicht und entlastet werden. Diese Technik wird auch als einseitige Laminotomie mit beidseitiger Dekompression bezeichnet.

    Einengende Anteile von Knochen und verdicktem Bandgewebe werden gezielt abgetragen. Wie viel Gewebe entfernt werden muss, richtet sich nach der Einengung und der Stabilität des betroffenen Abschnitts.

    Wann kommt das Verfahren in Frage?

    Ein mögliches Einsatzgebiet ist eine lumbale Spinalkanalstenose mit zur Bildgebung passenden Beinschmerzen, eingeschränkter Gehstrecke oder neurologischen Ausfällen. Nicht jede im MRT sichtbare Enge muss operiert werden.

    Bei instabilen Segmenten oder ausgeprägter Fehlstellung kann zusätzlich eine Stabilisierung erforderlich sein. Eine reine Dekompression behebt eine Instabilität nicht.

    Ablauf und Ziel der Operation

    Über einen rückseitigen Zugang wird der betroffene Abschnitt dargestellt. Unter optischer Vergrößerung werden die einengenden Strukturen entfernt und die Entlastung beider Seiten kontrolliert. Ziel ist die Entlastung der Nerven, nicht die vollständige Beseitigung aller Verschleißveränderungen.

    Grenzen und Risiken

    Mögliche Risiken sind Verletzungen der Nerven oder der Rückenmarkshaut mit Austritt von Nervenwasser, Blutung, Infektion und eine verbleibende oder erneut auftretende Einengung. Auch eine Instabilität kann auftreten. Lang bestehende Nervenschäden und Rückenschmerzen anderer Ursache können trotz ausreichender Entlastung fortbestehen.

    Nachbehandlung

    Mobilisation, Wundkontrolle und gegebenenfalls Physiotherapie werden individuell geplant. Belastungssteigerung und Rückkehr zu Arbeit oder Sport hängen vom Eingriff, dem Befund und dem Verlauf ab. Neue Lähmungen oder Störungen der Blasen- oder Darmfunktion erfordern eine sofortige medizinische Abklärung.

    Häufige Fragen

    Werden beide Seiten operiert, obwohl der Zugang einseitig ist?

    Ja. Bilateral beschreibt die Entlastung beider Seiten. Der Zugang kann dennoch von einer Seite erfolgen.

    Ist immer eine Versteifung nötig?

    Nein. Ob eine zusätzliche Stabilisierung sinnvoll ist, hängt insbesondere von der Stabilität und Fehlstellung des betroffenen Abschnitts ab.

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